Hüfte

Hüftimpingement

Hinter Hüftschmerzen steckt, insbesondere bei jüngeren Patienten, eventuell ein sogenanntes Femoro-Acetabuläres Impingement. Unbehandelt führt das Impingement der Hüfte oft zu einem frühzeitigen Gelenkverschleiß, der sogenannten Coxarthrose. Um so wichtiger ist es, ein Impingement rechtzeitig zu erkennen. Nur durch eine gezielte Behandlung lässt sich die drohende, frühzeitige Arthrose verhindern.
Röntgen- / MRT-Bild Hüftimpingement

Hüft-Impingement: Was ist das?

„Impingement“ bedeutet „Einklemmen“. Beim Impingement der Hüfte kommt es durch eine anlagebedingte, d.h. ererbte, nicht ganz ideale Formgebung des Gelenkes, bei bestimmten Bewegungen zum Einklemmen bestimmter Gelenkstrukturen. Das ist nicht nur schmerzhaft sondern führt mittelfristig zu einem vorzeitigen Gelenkverschleiß.

Medizinische Forschung hat gezeigt, dass es grundsätzlich zwei wesentliche Veränderungen am Hüftgelenk gibt, die für das Impingement und damit für die frühzeitige Coxarthrose verantwortlich sind.

  1. Cam-Impingement
    Beim Cam- oder zu deutsch "Nockenwellen"- Impingement ist der Übergang vom Hüftkopf zum Oberschenkel, der sogenannte Schenkelhals, lokaldicker als gewöhnlich. Durch die unzureichende Taillierung des Knochens, drängt dann bei extremeren Bewegungen (insbesondere bei Beugung und Innendrehung der Hüfte) ein zu großer Kopfdurchmesser in die Gelenkpfanne, was zu großer Spannung auf den Knorpelflächen führt. Dieses Einklemmen führt zu Schäden am Knorpel und an der sogenannten Gelenklippe.

normales Hüftgelenk
Cam-Impingement

  1. Pincer-Impingement
    Beim Pincer-Impingement (pincer engl. = Zange) ist die nachteilige Formvariante ein besonders weit ausladender Pfannenrand.
    Hierdurch kommt es zum Einklemmen der Gelenklippe, die diesem Pfannenrand ringförmig aufsitzt und schließlich einreißen kann. Beschwerden macht das Pincer-Impingement ebenfalls bei ausladenden Hüftbewegungen, oft sind diese Hüften von Beginn an eher unbeweglich.
    Beide Varianten neigen im Laufe der Zeit zur Arthrose-Entwicklung. Die dann resultierende Bildung von Knochenwulsten führt zu einer Verstärkung der o.g. Impingement-Effekte. Die zunehmenden Gewebeschädigungen führen im Verlauf häufig zu schmerzhaften Entzündungen im Gelenk.
    Sehr häufig liegt eine Kombination aus Cam- und Pincer-Impingent vor, ein sogenanntes Misch-Impingement.

Pincer-Impingement

Wie macht sich ein Hüft-Impingement bemerkbar?

Ein Hüft-Impingement verursacht Schmerzen, die man insbesondere an der Hüftvorderseite, in der Leistengegend, spürt. Gelegentlich kommt es auch zu Schmerzen auf der Seite, im vorderen Oberschenkel oder im Gesäß. Manchmal entstehen stechende Schmerzen durch Einklemmung von Gewebe, z.B. beim Treppensteigen, bergauf Gehen oder auch beim langen Sitzen. Typisch ist auch eine gewisse Gelenksteife, d.h. eine eingeschränkte Beweglichkeit des Hüftgelenks.

Um diese Symptome genauer einordnen zu können machen Mediziner spezielle Test sowie Röntgen- und MRT-Bilder. Nur so kann die Diagnose „Hüft-Impingement“ sicher gestellt werden.

Konservative Behandlung

Bei geringen Beschwerden und einer nur geringen Fehlform des Hüftgelenks, also einem milden Impingement, sollte die Behandlung zunächst sanft, d.h. konservativ erfolgen. Hierbei geht es primär darum, die muskuläre Steuerung der Hüfte zu verbessern. Ziel ist es, durch eine ausgewogene, gut balancierte Muskulatur das Gelenk zu schützen.

Temporär sollten ggf. zusätzlich entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac eingesetzt werden. Denn wenn die  Entzündung im Gelenk zurückgeht, lässt auch der Schmerz nach. Recht effektiv, gerade bei akuten Beschwerden, ist eine einmalige Injektion, mit einem entzündungshemmenden Depot-Kortikoid.

Ob nachfolgend ggf. eine weitere Behandlung mit Hyaluronsäure sinnvoll ist, muss individuell festgelegt werden. Hyaluronsäure ist eine natürliche Substanz, die die Schmierung und damit das Gleitverhalten des Hüftgelenks verbessert.

Führen konservative Maßnahmen nicht dazu, dass der Patient seine Beschwerden dauerhaft verliert, sollte die Ursache behandelt und das Impingement operativ beseitigt werden. Nur so lässt sich eine drohende Hüft-Arthrose (Coxarthrose) verhindern.

Operative Behandlung

Durch eine Hüftarthroskopie, d.h. eine minimalinvasive Operation, sind Hüftspezialisten in der Lage die suboptimale Form des Hüftkopfes bzw. der Pfanne und damit das Hüft-Impingement zu beseitigen. So bekommt man nicht nicht nur die Beschwerden dauerhaft in den Griff, vielmehr wird auc dem drohenden Verschleiß des Hüftgelenks vorgebeugt.

Bei der Hüftarthroskopie werden die mechanischen Veränderungen an der Hüfte beseitigt. Dies erfolgt unter Sicht durch eine Minikamera und mittels feinster OP-Instrumente über wenige Millimeter große Portale.

Beim Cam-Impingement wird der sogenannte Schenkelhals tailliert und insgesamt schlanker geformt, d.h. es werden störende Knochenwulste mit feinen Instrumenten abgetragen.

Beim Pincer-Impingement muss die Fehlform der Pfanne korrigiert werden. Dies ist technisch etwas aufwendiger. Es muss nämlich zunächst die Gelenklippe, die ja die Hüftpfanne umgibt, abgelöst werden. Nachdem in einem weiteren Schritt der Pfannenüberstand abgetragen wurde, muss nachfolgend besagte Gelenklippe wieder am Pfannenrand befestigt werden.

Was bei einer Hüft-Arthroskopie auf sie zukommt

Ein Hüftarthroskopie erfolgt in Vollnarkose. Der Eingriff selbst dauert ca. 1,5 Stunden.  In aller Regel ist ein Klinikaufenthalt von 2-3 Tagen erforderlich.

Die konkrete Nachbehandlung sollte individuell festgelegt werden. Als grobe Richtschnur gilt Folgendes:

In den ersten Tagen muss das Gelenk geschont werden. Dementsprechend sind für ca. 1 Woche Gehstöcke empfohlen.

Andererseits ist Bewegung ganz wichtig!

Neben klassischer Physiotherapie kommt hierbei häufig eine sogenannte Motorbewegungsschiene zum Einsatz. Das ist ein Gerät, mit dem das operierte Hüftgelenk sanft und kontinuierlich über mehrere Stunden täglich bewegt wird.

Physiotherapie ist für insgesamt ca. 4-8 Wochen erforderlich. Nach anfänglichen Bewegungsübungen rücken dabei im weiteren Verlauf Kräftigungs- und Koordinationsübungen mehr und mehr in den Fokus.

Resume

Wenn es darum geht einer Arthrose vorzubeugen, ist die arthroskopische Beseitigung des Hüft-Impingements ein großer Fortschritt in der Medizin. Wenn sie Hüftschmerzen haben, für die ein Impingement verantwortlich ist, sollten sie sich unbedingt rechtzeitig

von einem Spezialisten beraten lassen, der mit arthroskopischen Eingriffen am Hüftgelenk viel Erfahrung hat.

Hier in der Klinik am Ring ist dies Roberto Alberti. Vereinbaren sie doch gern bei ihm einen persönlichen Beratungstermin.

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